Frau H. B. – “Sozialwirtschaft Integriert”

Frau H. B.

Alleinerziehend
3 Kinder (*2007, *2009, *2013)
In Marokko geboren
Bei BAFF seit 02/2018


Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
In Marokko habe ich die Schule bis zur 9. Klasse besucht. Ich wohnte in einem Dorf, die nächste Schule war in der nächsten Stadt. Da meine Familie nicht erlaubt hat, dass ich die Schule weiter  besuche, konnte ich keine Ausbildung machen. Stattdessen blieb ich zu Hause und pflegte meine Großmutter. Später habe ich geheiratet, bin nach Deutschland zu meinem Mann gezogen und habe drei Kinder bekommen. 2013 trennte ich mich von meinem Mann und wurde alleinerziehend. 2016 habe ich einen Deutschkurs bei Caritas gemacht, dann habe ich den Hauptschulabschluss nachgeholt und im September 2019 eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin begonnen.

Wie war Ihre Ausgangssituation bevor Sie zu BAFF gekommen sind?
Ich habe meinen B1-Kurs bei der Caritas besucht und nebenbei an einer Frauengruppe teilgenommen. Ich war geschieden, habe mir das Sorgerecht meiner Kinder erkämpft und wurde alleinerziehend mit meinen drei Kindern. Über die Frauengruppe bekam ich Kontakt zur BAFF-Frauen-Kooperation. Ich wollte eine  Berufsausbildung in der Pflege machen, ich brauchte aber noch einen Hauptschulabschluss.

Welche Angebote haben Sie bei BAFF genutzt?
Bei der BAFF-Frauen-Kooperation habe ich den Hauptschulabschluss nachgeholt. Während des Vorbereitungskurses zum Hauptschulabschluss habe ich ein vier-monatiges Praktikum in einem Altenpflegeheim  in Darmstadt absolviert, wo ich jetzt meine Ausbildung zur Altenpflegehelferin begonnen habe. Schon vor Anfang meiner einjährigen Ausbildung zur Altenpflegehelferin habe ich beim Projekt Sozialwirtschaft Integriert von BAFF teilgenommen und  weitere Unterstützung bei der Bewerbung zu den Pflegeschulen bekommen. Jetzt nehme ich noch am Projekt Sozialwirtschaft Integriert teil, wo ich weiterhin Unterstützung während meiner Ausbildung bekomme.

Was hat sich für Sie verändert seit Sie bei BAFF sind?
Bei der BAFF-Frauen-Kooperation habe ich gelernt, Dinge auszuprobieren, auch wenn ich denke, ich schaffe das nicht. Ich habe viele Chancen bekommen, die ich genutzt habe. Und ich habe viel Unterstützung bekommen, dran zu bleiben und nicht aufzugeben und mich trotz privater Schwierigkeiten auf die Schule zu konzentrieren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich höre nicht mehr auf. Ich will die Ausbildung schaffen und diesen Beruf ausüben. Ich möchte meine Kinder angstfrei erziehen und ihnen etwas anderes bieten als das, was ich selbst erlebt habe. Ich möchte nicht so viel Druck ausüben und möchte, dass meine Kinder selbst entscheiden können. Ich möchte den Beruf für mich und meine Selbständigkeit. Dieser Beruf ist wichtig für mich.

Stand: Dezember 2019