Fr. Keck – “Quali4U”

Fabienne Keck

Verheiratet
4 Kinder (*2009, *2015, *2016, *2016)
In Deutschland geboren
Bei BAFF seit 01/2018


Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
2009 ist mein erster Sohn geboren. Ich habe einen guten qualifizierenden Hauptschulabschluss und 2014 habe ich beim Werkhof in Darmstadt meine Ausbildung zur Industriemechanikerin begonnen. Industriemechanikerin war und ist mein Traumberuf. Leider musste ich die Ausbildung nach drei Monaten wegen finanzieller Schwierigkeiten abbrechen und wurde gekündigt. Im Anschluss habe ich fünf Monate lang die Maßnahme Qualifizierung und Beschäftigung (Q&B) mit u.a. dem Schwerpunkt Metall ebenfalls im Werkhof für fünf Monate besucht. Da ich wieder schwanger wurde, musste ich auch dies leider abbrechen. Während meiner Elternzeit, habe ich begonnen eine Ausbildung zu suchen, um auch in Zukunft für meine Familie mit inzwischen vier Kindern sorgen zu können.

Wie war Ihre Ausgangssituation bevor Sie zu BAFF gekommen sind?
Meine erste Ausbildung hatte ich abgebrochen und meine zwei Zwillingskinder waren gerade geboren. Weil ich aber eine berufliche Grundlage brauche und ich schon über Mitte zwanzig war, wollte ich trotzdem so bald wie möglich und trotz Elternzeit eine Ausbildung – am liebsten zur Industriemechanikerin – beginnen.

Welche Angebote haben Sie bei BAFF genutzt?
Zunächst konnte ich meine Kinder bei den BAFFies in Betreuung geben, sodass es mir auch möglich war, Praktika zu machen und mich ganz auf die Ausbildungssuche zu konzentrieren. Wenig später habe ich von dem Projekt Quali4U erfahren. Bei der Arbeitsagentur konnten wir uns im MINT-Parcours von Quali4U ausprobieren. Danach habe ich mich im Projekt angemeldet. Dort hat man mir geholfen, Bewerbungen zu schreiben. Da ich eine Lese- und Rechtschreib-Schwäche habe, hätte ich das alleine nicht gekonnt. Außerdem waren die Beraterinnen immer für mich als Ansprechpersonen da und haben mich auf Vorstellungsgespräche vorbereitet. Bei BAFF konnte ich auch die Computer nutzen, um Bewerbungen zu verschicken und die Mitarbeiterinnen haben mich über die Möglichkeiten einer Teilzeit-Ausbildung informiert. Auch die Gruppentreffen haben mir gut gefallen. Probleme wie die Beantragung von finanziellen Hilfen oder die Organisation der Fahrten zum Ausbildungsort konnten wir gemeinsam lösen.

Was hat sich für Sie verändert seit Sie bei BAFF sind?
Dank der Mitarbeiter von Quali4U bei BAFF habe ich einen Ausbildungsplatz in der überbetrieblichen Ausbildung zur Industriemechanikerin beim Werkhof finden können. Diese Arbeit gefällt mir sehr gut. Meine Probezeit habe ich inzwischen erfolgreich bestanden. Weil meine Ausbildung in Teilzeit stattfindet, kann ich trotzdem für meine Kinder da sein. Außerdem habe ich weiter Ansprechpartner, wohin ich mich wenden kann, wenn ich Unterstützung brauche.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir, meine Ausbildung in drei Jahren erfolgreich mit guten Noten bestehen zu können. Zukünftig möchte ich gerne in der Instandsetzung tätig sein, programmieren und zeichnen, handwerklich arbeiten und nicht nur Maschinen bedienen. Außerdem würde ich gerne anschließend den Meister absolvieren, damit ich mich dafür einsetzen kann, dass in diesem Beruf in Zukunft auch mehr Frauen eingestellt werden. Ich möchte, dass Frauen auch im Handwerk gleichberechtigt behandelt werden, weil ich oft das Gefühl hatte, als Frau in diesem Beruf abgelehnt worden zu sein.

Stand: Februar 2019